Partnersuche und Ehe
- Im Vergleich zu Westlern betrachten viele Chinesen die Partnersuche eher als pragmatische Angelegenheit. Es geht nicht immer darum, die Liebe zu finden, sondern vielmehr darum, einen potenziellen Ehepartner zu finden, der den eigenen Idealen entspricht. So heiraten beispielsweise viele Männer ohne Haus und Auto, während chinesische Frauen oft betonen, dass sie genau diese Dinge suchen, weil sie davon ausgehen, dass ein solcher Partner wahrscheinlich einen sicheren Beruf hat und sie und ihre zukünftigen Kinder langfristig versorgen kann.
- Ja, alleinstehende Männer haben es schwer, auf die Liste zu kommen, wenn sie kein Haus oder keine Wohnung besitzen, denn in Städten wie Peking und Shanghai sind die Preise extrem hoch. Und trotz des Ungleichgewichts zwischen den Geschlechtern ist der Druck besonders groß für Frauen, die als „übriggebliebene Frauen“ stigmatisiert werden können, wenn sie mit 26 oder 27 Jahren noch keinen Ehemann gefunden haben. Auch Männer können in diese Lage geraten, wenn sie zu lange mit der Heirat warten.
- Junge Erwachsene in China stehen oft unter großem Druck der älteren Familienmitglieder, einen guten Ehepartner zu finden und relativ früh zu heiraten. Natürlich ist jedes Elternteil anders, aber im Allgemeinen erwarten chinesische Eltern, stärker in die Beziehungen ihrer Kinder eingebunden zu sein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Eltern und Großeltern ihre Kinder mit passenden Partnern verkuppeln, die sie für sie ausgesucht haben.
- Im bevölkerungsreichsten Land der Welt hat sich Online-Dating zu einem lukrativen Geschäft entwickelt, da 200 Millionen Chinesen auf der Suche nach einem Partner sind. Auf 100 Frauen unter 24 Jahren kommen über 110 Männer; insgesamt leben in China etwa 32 Millionen mehr Männer als Frauen. Dieses unausgewogene Geschlechterverhältnis ist auf die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik und die Bevorzugung von Jungen zurückzuführen. Das Ungleichgewicht der Geschlechter hat zu einem Boom bei Dating-, Partnervermittlungs- und Beziehungsberatungsdiensten geführt.
- Single zu sein kann echt ätzend sein, besonders wenn man über die Feiertage nach Hause fährt und sich einem endlosen Fragenhagel der Eltern aussetzen muss, wie zum Beispiel: „Hast du jemanden?“, „Wann heiratest du endlich?“ oder „Du bist ein Versager.“ Okay, das Letzte ist keine Frage. Aber man kann Mama und Papa ganz einfach zum Schweigen bringen, indem man sich online einen Liebhaber mietet und mit dem neuen, tollen Partner prahlt. Dann kann man sich so richtig Mitleid von allen holen, wenn man lügt und behauptet, verlassen worden zu sein.
- In einigen Teilen des alten Chinas wurden Zöpfe mit dem Familienstand eines Mädchens in Verbindung gebracht. Junge Mädchen trugen zwei Zöpfe, nach der Heirat nur noch einen. Dies mag zu der westlichen Ansicht beigetragen haben, dass Zöpfe mit Kindern und jungen Mädchen assoziiert werden.