Das Leben damals
- Hygiene spielte im alten China eine enorme Rolle, da Körpergeruch als Zeichen von Barbarei galt. Wohlhabende Frauen trugen duftende Beutel um die Hüften, und Adlige mussten Nelken lutschen, um Mundgeruch zu bekämpfen, bevor sie mit dem Kaiser sprachen. Da dies kostspielige Mittel waren, mussten die Armen auf andere Methoden zurückgreifen, wie beispielsweise das Waschen der Achselhöhlen mit Urin.
- Die Praxis des Füßebindens begann im 900. Jahrhundert bei chinesischen Unterhaltungskünstlerinnen. Eng gewickelte Bandagen brachen allmählich das Fußgewölbe und zwangen Ferse und Zehen, sich nach innen zu verlagern. Dies führte auch zum Verkümmern der Beinmuskulatur und zu einer starken Ausdünnung der Füße, wurde aber als äußerst sexuell angesehen.
- Eunuchen spielten im alten China eine einflussreiche politische Rolle. Ursprünglich als vertraute Sklaven im Kaiserhaus tätig, strebten sie danach, ihre privilegierte Stellung für politischen Machterwerb zu nutzen. Indem sie den Kaiser aus dem Palast heraus berieten und Beamten den Zugang zu ihrem Herrscher verwehrten, gelang es den Eunuchen schließlich, selbst Adelstitel zu erlangen, eine mit der Staatsbürokratie konkurrierende Verwaltung aufzubauen und sogar Kaiser ihrer Wahl einzusetzen und abzusetzen. Ihr Einfluss auf die Regierung führte zum Untergang von Dynastien und wirkte bis ins 17. Jahrhundert n. Chr. nach.




- Eunuchen, auch „Nicht-Männer“ genannt, traten erstmals an den Königshöfen der alten vorimperialen chinesischen Staaten in Erscheinung, wo sie als Diener in den inneren Gemächern des Palastes dienten. Sie waren im Grunde Sklaven und wurden meist als Kinder aus Grenzgebieten, insbesondere aus dem Süden, erworben. Kastriert und in den Dienst des Kaiserhauses gestellt, hatten sie keine wirkliche Möglichkeit, ihr Leben zu verändern. Eunuchen galten als die vertrauenswürdigsten Diener, da sie weder Frauen des Hofes verführen noch Kinder zeugen konnten, aus denen eine Dynastie hätte entstehen können, die mit der des Kaisers konkurrieren konnte.
- Seide soll im 4. Jahrtausend v. Chr. erfunden worden sein, als die Göttin Leizu, die Gemahlin des höchsten Gottes Shangti, Tee trank und ein Kokon in ihre Tasse fiel. Als sich der Kokon entrollte, erkannte sie, dass er aus einem einzigen Faden bestand, und pflanzte daraufhin Maulbeerbäume, damit Seidenraupen darin ihre Netze spinnen und so Seide gewinnen konnten. Nur Adelige und Mitglieder des Königshauses durften Seide tragen. Weder die Seidenverarbeiter noch die Händler, die sie verkauften, durften sie tragen. Der Großteil der chinesischen Bevölkerung trug Kleidung aus Hanf.
- Chinesische Frauen nähten zum Schutz ihrer Kinder ein Tigerbild auf deren Kleidung. Der Tiger galt als König der Tiere, und sein Bild sollte das Böse abwehren. Manchmal nähten Mütter zusätzlich zum Tiger auch Bilder von Kröten oder Schlangen auf die Kleidung, um den Schutz vor Gefahren zu verstärken.
- Die Kunst des Tätowierens ist in China seit Jahrtausenden bekannt. Tätowieren heißt dort Ci Shen (oder Wen Shen), was wörtlich „den Körper durchstechen“ bedeutet. In der chinesischen Geschichte galt Tätowieren als Entweihung des Körpers, als etwas Unerwünschtes.
- Das berühmteste Tattoo der chinesischen Geschichte stammt aus der Legende des Generals Yueh Fei, der in der Song-Dynastie diente. Während einer Schlacht gegen die nördlichen Feinde verriet der Feldmarschall, unter dem Yueh Fei gedient hatte, die Song und lief zum Feind über. Aus Protest trat Yueh Fei zurück und kehrte nach Hause zurück. Seine Mutter war wütend auf ihn und sagte ihm, dass seine Pflicht in erster Linie seinem Land gelte, koste es, was es wolle. Um ihn daran zu erinnern, tätowierte sie ihm mit ihrer Nähnadel vier Schriftzeichen auf den Rücken. Diese Schriftzeichen, „jin zhong bao guo“, sind schwer zu übersetzen, bedeuten aber so viel wie „Dient eurem Land mit höchster Treue“.
- In einigen Epochen der chinesischen Geschichte wurden Tätowierungen auch zur Kennzeichnung von Verbrechern eingesetzt. Schwerverbrecher wurden verurteilt, sich eine Tätowierung ins Gesicht stechen zu lassen und in ein fernes Land verbannt. Selbst wenn sie jemals zurückkehrten, würde sie die Tätowierung für immer als Verbrecher kennzeichnen.

